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Stories - Erfahrungsbericht SEM 2023

Erfahrungsbericht zum erfolgreichen Wertungslauf beim SEM23

Der letzte Wertungstag glich einer Zitterpartie. Nachdem unsere ersten beiden Wertungsläufe ungültig waren, hatten wir uns am Vorabend sehr detailliert abgesprochen und alle möglichen Fehlerquellen in die Checkliste aufgenommen. Wir wollten die ersten in der Warteschlange sein, um zwischen dem ersten und zweiten Wertungslauf genügend Zeit für Optimierungen zu haben. Darum warteten wir schon vor Öffnung des Paddocks am Eingang, liefen nach Einlass zügig zu unserer Garage und schoben unser Fahrzeug Pegasus zur Wartelinie. Trotz unseres zügigen Arbeitens waren zwei andere Teams noch schneller.

Kurz vor Start unseres 3. Wertungslaufes, als wir schon angewiesen wurden, dass es gleich zur Technischen Inspektion vor dem Start geht, waren wir plötzlich nicht mehr in der Lage die Brennstoffzelle zu betreiben - weder per manuellem Knopfdruck noch über die Software. Dies bedeutete somit für uns die Rückkehr ins Paddock… Vorbei an über 20 anderen wartenden Teams und auf in die Fehlersuche.
Andreas Holzer schaffe es nach etlichen getauschten Teilen auf Platine und im Kabelbaum die Brennstoffzelle wieder in Betrieb zu nehmen. Nebenbei entdeckten wir einige kleinere Undichtigkeiten im H2-Strang, welche wir „fachmännisch“ mit unserem Allheilmittel „Tacky-Tape“ (Vakuumdichtband zum Laminieren) abdichteten. Da die Fehlersuche jedoch sehr zeitintensiv war, hatten wir den Zeitslot der dritten Wertungsläufe verpasst und konnten uns erst wieder am Nachmittag beim aller letzten Zeitslot beweisen.  Diesmal gab es keine weiteren technischen Probleme und wir konnten unseren 3. Wertungslauf starten.

Mittlerweile war es wieder sehr warm und schwül und die Sonne brannte herunter auf die Rennstrecke. Unsere Fahrerin Niki Sillountou kam ziemlich ins Schwitzen, nicht nur wegen der Temperatur, sondern auch durch die Kommandos von Sebastian Heyke, der ihr per Funk Runde für Runde durchgab schneller zu fahren. Mit den Erinnerungen von unserem ersten Wertungslauf, als wir in der vorletzten Runde von der Strecke gedrängt wurden, verfolgten die Streckenposten jedes Überholmanöver mit Luftanhalten und auch der Blick auf die Rundenzeit verschaffte Sorgen, da die groben Hochrechnungen Runde für Runde ergaben, dass wir ein paar Sekunden zu langsam waren. Aber Niki Sillountou konnte die Zeit bis Runde 8 wieder aufholen und weiter einen Zeitpuffer aufbauen, dass wir sicher sein konnten, es rechtzeitig ins Ziel zu schaffen.
In 10 langen Runden voll Anspannung und Hoffen gab es Gott sei Dank keine weiteren Zwischenfälle und am Ende kam die erlösende Nachricht: Wertungslauf gültig!
Vorgabe von Shell ist das Durchfahren der 15678 m langen Strecke in unter 38 Minuten. Woraus sich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,87 m/s bzw. 24,75 km/h errechnet. Wir haben den Kurs innerhalb von 36,94 Minuten absolviert. Somit waren wir nur 0,71 km/h schneller als nötig. Damit erzielten wir eine Reichweite von 803 km/m³, welche uns den zweiten Platz verschaffte.

Doch nicht nur beim Effizienzwettbewerb konnten wir Punkten: Shell vergibt zudem weitere Offtrack-Awards.
Darunter der Decarbonisation und der Technical Innovation Award, für welche wir uns im Voraus angemeldet hatten.

Zu unserer Überraschung konnten wir nicht nur dank der Flachshülle den ersten Platz in der Nachhaltigkeit, sondern zudem auch mit Basaltfasergewickelten Radhausschalenträgern den 1. Platz beim Tech-Award erzielen. Somit erzielten wir in Summe mit unserem zweiten Platz und den zwei ersten Plätzen die beste Gesamtplatzierung und das höchste Preisgeld an diesem Tag. Damit konnten wir auch die TU überbieten, welche mit zwei Fahrzeugen ebenfalls einige Male auf dem Treppchen standen - Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle. 
Auch gratulieren möchten wir dem Sieger in unserer H2-Prototypen Klasse "ThaiGer-H2-Racing" aus Stralsund und unseren französischen Freunden von "Microjoule - La Joliverie" und "Polytech Nantes La Joliverie" für deren Siege in den verbrennungsmotorisch und batterieelektrisch betriebenen Prototypen-Klassen.

 

Foto: Jiri Buller